Gaudi Mittelmeerkreuzfahrt 2005
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Gaudi MittelmeerKreuzfahrt
03. Juli 2005

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An und für sich wird Ideen und Projekten, welche im Zustand der Weinbeseeltheit irgendwo im gemauerten Untergrund alter Überetscher Keller geboren werden, keine lange Lebensdauer zugesprochen, da sie sich zumeist binnen kurzer Zeit als Schnapsideen im wahrsten Sinne des Wortes entpuppen. Und um ehrlich zu sein - auch der Vorschlag, eine Blasmusikgruppe wie die "Südtiroler Gaudimusikanten" zu gründen, schien von Vornherein dazu verurteilt zu sein, ein zwar schöner, aber doch kaum realisierbarer Wunsch zu bleiben.

So etwas kann eigentlich nicht funktionieren...
In der Tat waren sich wohl auch die Gründungsmitglieder der Gruppe im Frühjahr 2001 beim Verlassen des besagten Kellers nicht so recht im Klaren darüber, dass alles nicht so einfach sein würde wie geplant bzw. gewollt. Nüchtern betrachtet waren die Hindernisse in der Tat beträchtlich: Man hatte kein Probelokal, kein Startkapital, keine Tracht, ja noch nicht einmal Noten. Auch galt es noch die wichtigste aller Fragen zu beantworten: Wie bekommt man 20 ziemlich beanspruchte Musikanten aus verschiedenen Kapellen des gesamten Raumes Bozen/Überetsch/Unterland einmal die Woche an einem Ort zusammen? Vielleicht war es aber gerade die Stärke der Männer und Frauen der ersten Stunde, über solcherlei Schwierigkeiten nicht lange nachzudenken, sondern stattdessen einfach loszulegen - und so erledigte sich vieles ganz von selbst.

Der Schlüssel zum Erfolg
Obmann und musikalischer Leiter beklagen sich regelmäßig mal mehr, mal weniger seit Jahren darüber und denjenigen unter den Musikanten, welche alles schon immer etwas genauer nahmen, platzt deshalb immer wieder mal kurz der Kragen, aber trotz aller Gegenmaßnahmen hat sich bis heute - zum Glück! - nichts an der größten Schwachstelle der Gruppe geändert: Ihre Unberechenbarkeit bei Proben und Auftritten. Zum Glück? Klingt komisch, stimmt aber so. Was bei anderen Vereinen nämlich oftmals ein Grund für Streiterei und Misserfolg ist, entpuppte sich bald als Schlüssel zum Erfolg der Gaudimusikanten. Die Kunst bestand und besteht darin, diesen heterogenen Haufen sich einfach frei entwickeln zu lassen. So bleibt es auch für "alteingesessene" Gaudis bis heute noch unvorhersehbar, weil absolut spontan, wer bei welchem Stück wann was macht - und genau diese Spontaneität lässt Routine und Langeweile erst gar nicht aufkommen und springt zudem unmittelbar als Funke auf die Zuhörer über.

Einfach nur erstaunlich: Zahlen und Fakten
Blickt man ein wenig darauf zurück, was in den vergangenen 5 Jahren alles geschehen ist, kann man sich ruhig ein wenig ungläubig die Augen reiben. So verfügt der Verein über eine stets aktualisierte Homepage, welche zur Zeit fast 20.000 Zugriffe aus aller Welt verzeichnet. Weiters gibt es knapp 200 Gaudi-Fanclub-Mitglieder aus dem In- und Ausland; ein schöner Teil davon konnte auf den beiden Kreuzfahrten 2003, 2005 und 2007 im Mittelmeer gewonnen werden. Der Umfang des Repertoires stieg von anfänglich etwa 10 auf über 100 Stücke an und die Anfragen (lediglich 4 im ersten Jahr!) sind mittlerweile so zahlreich, dass bei weitem nicht alle zu bewältigen sind. Dafür können diejenigen, welche die Gaudis nicht live hören können, deren Musik auch auf 2 CDs hören. Trotz allem hat sich bis heute etwas nicht verändert: Alle Gaudis spielen aus purem Spaß an der Freude.

Der große Höhepunkt: Europameister! Und jetzt...
All die eben aufgezählten Errungenschaften können jedoch, so beachtlich sie auch sein mögen, nicht mit einem Erfolg konkurrieren, welchen die Gaudimusikanten am 9. Juli 2006 eingefahren haben: Den 1. Platz der Mittelstufe bei der Europameisterschaft für böhmische und mährische Blasmusik, was ihnen für ein Jahr den Titel eines richtigen Europameisters beschert hat - als Beweis für die Tatsache, dass die Gruppe auch zu musikalischen Höchstleistungen fähig ist. Und was die Zukunft noch bringen mag - das wissen nicht einmal anerkannte Gaudiexperten. Unberechenbarkeit, Sie erinnern sich...?